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Hier sind ein paar Jazz CDs, die im Jahr 2010 veröffentlicht worden sind. Hier sind die Infos zu den Alben “Someway Still I Do” von ALESSANDRO MAGNANINI, “Love Stories” von KIM WATERS,  “Eleanora Fagan” von DEE DEE BRIDGEWATER, “Highway Rider” von BRAD MEHLDAU, “Revolution 69” von TOK TOK TOK, “Royal Toast” von THE CLAUDIA QUINTET, “Tide” von LUCIANA SOUZA, “The Imagine Project” von HERBIE HANCOCK, “The Beat Goes On” von EMILIE-CLAIRE BARLOW, “Home” von JANE MONHEIT, “You Are There” von HILARY KOLE, “In Time” von RICHARD EARNSHAW, “Color” von KRZYSZTOF SCIERANSKI und “Daybreak” von RALF GAUCK & SZABO SANDOR.  Noch mehr  Jazz Rezensionen gibt es auf musikverrueckt.de

JAZZ  CDs 2010

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ALESSANDRO MAGNANINI “SOMEWAY STILL I DO”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

VOCAL JAZZ

Für Fans von:  Burt Bacharach - Astrud Gilberto - Engelbert

ITALIEN

Alessandro Magnanini ist ein Komponist aus Italien, der sich zu 50% im Jazz und zur anderen Hälfte im kosmopolitschen Bereich zwischen Bossa, Pop und Soul wohlfühlt. “Someway Still I Do” ist sein Debüt-Album. es gibt tolle Eigenkompositionen, die größtenteils von befreudeten Sänger(innen) interpretiert werden. Jenny B schmilzt dahin in “Open Up Your Eyes”, versouled “Secret Lover” und erinnert mich, wenn sich ihre Stimme überschlägt, an die grosse Diva Billie Holiday. Wenn gerade mal kein(e) Sänger(in) am Mikro steht, verbindet Alessandro die Songs mit herrlich relaxten Instrumentals wie dem bossajazzigen “Greetings From Here”. Ganz grosse Stimmung gibt es in “But Not For You” und im Titelsong, in dem sich der Burt Bacharach erprobte Liam McKahey mit weicher wundervoller Stimme als designierter Frank Sinatra Nachfolger beweist.

Alessandro Magnanini - Someway Still I Do

VÖ: 29.01.10

Verfügbar: CD & Digitales Album

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

Webseite: https://myspace.com/ilduka/music/songs

TOURDATEN

INFO: Alessandro Magnanini zitiert auf seiner myspace-Seite, dass er offen für sämtliche musikalischen Einflüsse ist, egal ob es sich dabei um die Beatles, Henri Mancini, Pat Metheny oder gar die Beastie Boys handelt.  Zum ersten Mal ist die Musikwelt auf ihn aufmerksam geworden, als er im Jahr 2006 zwei tolle Songs auf dem Album des italienischen R&B Sängers Mario Biondi platziert hatte.  Dessen Debut Album ging (auch deswegen) schnurstrax an die Spitze der Charts. Auf “Someway Still I Do” ist es Alessandro gelungen, so hochkarätige Sänger(innen) wie Rosalia De Souza und Liam McKahey zu engagieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

KIM WATERS “LOVE STORIES”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

SMOOTH JAZZ

Für Fans von:  George Howard - Grover Washington Jr. - Kenny G

USA (MARYLAND)

Ich habe einige Minuten überlegt, ob ich diese CD überhaupt in dieser Rubrik vorstellen soll. KIM WATERS spielt zwar Saxophon, kommt aus der Jazz Richtung, aber die 10 Songs von “Love Stories” sind eher einzuordnen in die Sparte R&B-Jazz oder Smooth Jazz oder (von übel gelaunten Jazzpuristen bezeichnet als) Elevator Music (deutsch: Fahrstuhlmusik). Ich scheue mich immer vor diesem Ausdruck, weil ich Musik als solche schätze, aber Stücke wie “One More...” plätschern zuckersüss dahin, in “For Lovers Only” spielt er schon mal paar schrille Töne daneben, dass ich am liebsten während der Fahrt aus dem Fahrstuhl springen möchte. Am besten wird’s, wenn die Songs “Love Story” oder “Reaching Out” vom bossa-jazz-latinesken Rhythmus vorangetrieben werden, aber auch hier gehen die zweistimmigen deutlich in Richtung Mainstream schielenden Saxy Licks auf den Geist.

Kim Waters - Love Stories

VÖ: 26.01.10

Verfügbar: CD & Digitales Album

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.kimwaters.net/ 

TOURDATEN

INFO: Einfallsreich ist er ja, wenn es nicht gerade um die Musik geht. Auf seiner Webseite wirbt KIM WATERS für Celebrity Jazz Cognac VSOP, aber wie der Geschmack zu dieser zuckersüssen Musik passen soll, ist mir schleierhaft. Er ist seit 1990 aktiv und seine älteren Platten haben mir deutlich besser gefallen. 1989 kam das erste Album auf den Markt, seitdem haben sich  26 Alben angesammelt in seiner Diskographie. Produziert hat er dieses Mal selbst und das war wohl der grösste Fehler, denn ich behaupte einfach mal, dass es sich bei “Love Stories” um sein schlechtestes Album überhaupt handelt.

 

 

 

 

 

 

 

 

various artists “JAZZ LOVE”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

JAZZ STANDARDS

Für Fans von:  Swing - Chamber Jazz - Cool Jazz

COMPILATION

Ich kann ich sie nicht mehr hören, diese Billigheimer-Jazz-Compilationen, die Standards & Klassiker zum “ich-weiss-nicht-mehr-wie-vielten-Male” aufwärmen. Aber diese Doppel-CD von Sony ist doch etwas anders: Schon der Opener “I’m Crazy About My Baby” von Satchmo macht Spass, Duke Ellington’s “Satin Doll” kommt fast kongenial mit seinen phätten Bläsersätzen nach der zarten Billie Holiday-Nummer “All Of Me”. Hier hat sich endlich mal jemand die Mühe gemacht, einen Sampler für wahre Liebhaber auf 2 CDs zu veröffentlichen. Und vergesst den Titel “Jazz Love” - hier gibt es (gottseidank) keinen oberflächlichen Kuscheljazz für degenerierte Yuppies, alleine schon das 9minütige Miles Davis-Instrumental “Some Day My Prince Will Come” zeigt, dass es sich bei dieser Veröffentlichung um eine der besten Oldie-Compilation des jungen Jahres handelt.

Various Artists - Jazz Love

VÖ: 05.02.10

Verfügbar: CD & Digitales Album

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

INFO: Die Doppel-CD gibt’s bei musicbox.de zurzeit für 14,99 Euro. Wer Jazz-Oldies für den gemütlichen Abend oder Beschallung für die intellektuelle Cocktail-Party  sucht, kann problemlos zugreifen. Marketingtechnisch gesehen kosten die 29 Stück  bei einer Spielzeit von 160 Minuten gerade mal 59 Cent das Piece. Okay - ich mag keine Schleichwerbung, aber weil ich weiss, dass es immer noch Menschen gibt, die viele dieser Beauties noch gar nicht kennen, kann ich damit leben.

 

 

 

 

 

 

 

 

DEE DEE BRIDGEWATER “ELEANORA FAGAN (1915-1959)”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

VOCAL JAZZ

Für Fans von:  Ella Fitzgerald - Anita Wardell

(USA (TENNESSIE)

Die “Grande Ole Dame” des Vocal Jazz mit einer Tribute Platte an Ella Fitzgerald. “Lady Sings The Blues” zeigt Dee Dee gleich facettenreich von extrovertiertem Ausbruch zu gehauchtem Flüstern, in “All Of Me” quietscht und scatted sie unisono mit dem von James Carter gespielten Sopransaxophon. Überhaupt fällt dem 41jährigen Musiker aus Detroit eine der Hauptrollen zu auf “Eleanora Fagan”. Macht Lust auf eine seiner 14 Soloplatten. Und Madame Bridgewater hat sich - selten habe ich sie so lebhaft erlebt - zum Austoben eine Spielwiese von 12 tollen Standards ausgesucht. Die Ballade “Good Morning Heartache” gibt Drummer Lewis Nash Gelegenheit, sein exquisites Können zu zeigen mit gefühlvollem “Besen & Becken” - Einsatz und in “Fine And Mellow” begeistert mich Bassist James Carter mit intelligenten Fill-Ins, die einmal mehr seine Stellung als Ausnahmemusiker bestätigen.

Dee Dee Bridgewater - Eleanora Fagan

VÖ: 15.03.10

Verfügbar: CD & Digitales Album

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.deedeebridgewater.com/ 

TOURDATEN

INFO: Die Jazz Sängerin DEE DEE BRIDGEWATER engagiert sich stark für die Food And Agriculture Organization “FAO”(Welternähungsorganisation), die sich u. a.  die weltweit verbesserte Produktion und Verteilung von Lebensmitteln zur Aufgabe gemacht hat. Den Titel der offiziellen Botschafterin für die Organisation teilt sie sich mit weiteren Musikern wie Cheb Khaled, Dionne Warwick, Gilberto Gil, Youssou N’dour, Massimo Ranieri (italienischer Sänger) oder Ronan Keating. Ein Übersicht über die “Goodwill Ambassadors” gibt es hier: http://www.fao.org/getinvolved/ambassadors/en/

 

 

 

 

 

 

 

 

BRAD MEHLDAU “HIGHWAY RIDER”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

MODERN JAZZ

Für Fans von:  Scott Fisher - Sean Wayland - Bill Evans

USA (FLORIDA)

Dass BRAD MEHLDAU keine unterfränkische Abart einer Pflanzenkrankheit ist, sondern einer der bedeutendsten Jazzpianisten, dürfte heutzutage jeder Jazzfan bemerkt haben. Für seine neue CD hat er keinen Aufwand gescheut. Es gibt 22 Stücke auf 2 CDs, die er mit den Mitgliedern seines Trios eingespielt hat. Zusätzlich wurden Schlagzeuger Matt Chamberlain,  Saxophonist Joshua Redman und ein  Kammerorchester eingespannt. Grossen Einfluss auf die Kompositionen hatte Produzent Jon Brion, der sowohl im Jazz als auch im Pop- oder Filmmusik Genre über Erfahrungen verfügt. “Don’t Be Sad” z. b. bietet einen monumentalen Melancholik Soundtrack, wie ihn selbst die schönste Kuschelrock-Ballade nicht vorweisen kann. ”Highway Rider” bietet einen bunten Mix aus komplexen Jazz-Arrangements und Klassik Elementen, ohne auf griffige Melodien zu verzichten. Exzellent!

Brad Mehldau - Highway Rider

VÖ: 16.03.10

Verfügbar: CD & Vinyl & Digital

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

Web: http://www.bradmehldau.com/

TOURDATEN

INFO: Brad Mehldau wurde 1970 in Florida geboren. Bereits in der High School zeichnete sich sein musikalischer Weg ab, als er vom Berklee College mit dem “Best All-Around Musician Award” ausgezeichnet wurde. Er begann seine professionelle Tätigkeit im Umfeld von Joshua Redman, Larry Grenadier und Pat Metheney, bevor er 1993 das Brad Mehldau Trio gründete. Mit aussergewöhnlichen Arrangements von Pop- und Rockstücken (z. b. Soundgarden’s Black Hole Sun”) schuf er sich eine Fangemeinde jenseits des elitären Jazzhörergewohnheiten.  “Highway Rider” ist der 15. Longplay seiner Discographie.

 

 

 

 

 

 

 

 

TOK TOK TOK “REVOLUTION 69”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

POP JAZZ

Für Fans von:  Incognito - India.Arie - Sade - Pru

DEUTSCHLAND

Als der erste Song zu spielen beginnt, sehe ich ungläublich auf das Cover. “Das sind ja alles Beatles Songs” rutscht es mir über die Lippen. “Come Together” habe ich noch nie - nicht mal von Ike & Tina - no funky gehört wie in der Version von TOK TOK TOK. Braucht die Welt 16 weitere Cover Versionen mit McCartney-Lennon- Harrison-Plagiaten? “Ja!”-  denn das, was das Quintett um Sängerin Tokunbo Akinro hier veranstaltet, ist aussergewöhnlich. Im dahin gehauchten “Blackbird” klingt sie wie ein trauriges Mädchen, das vor dem Käfig sitzt und den verstorbenen Kanarienvogel betrauert. ”Taxman” swingt & grooved mit Morten Klein am Saxophon, der sich anhört wie Maceo Parker, dem gerade das Licht abgeschaltet wurde (Insider-Witz!). “Get Back” ist ein karibisches Zouk-er-Stück, das mich vom PC weg mitten auf meinem Wohnzimmer-Dancefloor treibt! Tokstatischer ”Acoustic Soul-Jazz!”

Tok Tok Tok - Revolution 69

VÖ: 30.04.10

Verfügbar: CD & Digitales Album

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.toktoktok.net/ 

TOURDATEN

INFO: Mutig war sie schon, die Idee Beatles-Songs zu verjazzen. Gab es schon, war auch ganz nett, jetzt aber haben sich TOK TOK TOK daran versucht, die Lieder zusätzlich in ein akustisches Kleidchen zu stecken. Bei den schnelleren Stücken klappt die Umsetzung gut, bei den ruhigeren und langsameren Tracks sehe ich die Gefahr der schnellen Abnutzung. Der älteste Beatles Song auf der Platte ist “I’ll Follow The Sun”, der in den letzten Jahren mehrfach gewürdigt worden ist. GLEN PHILIPS von “Toad The Wet Sprocket” sang ihn im Eddie Murphy Film “Imagine That”, der Country Sänger DAVID BALL interpretierte das Lennon/McCartney Stück auf dem Tribut-Album “ Come Together: America Salutes the Beatles”

 

 

 

 

 

 

 

 

THE CLAUDIA QUINTET “ROYAL TOAST”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

AVANTGARDE JAZZ

Für Fans von:  Dave Douglas - Eric Dolphy - Elvin Jones

USA (NEW YORK)

Mit der gefühlvollen Nummer “Crane Merit” startet die neue CD der Band THE CLAUDIA QUINTET. Die Gruppe wurde 2002 von Drummer John Hollenbeck gegründet und hat ihren Namen durch einen Zufäll bekommen. Auf dem Silberling gibt es 15 progressive Tracks, die einen weiten Bogen zwischen improvisationsfreudigem Jazz, Post Bop und Latin-Jazz- Elementen spannen. “Kerameg” lebt von vertrackten Rhythmen und um die Wette eifernden Akkordion und Vibraphon Soli. Seinen Gedanken völlig freien Lauf kann der Zuhörer beim Anhören von “Paterna Terra” lassen. Hier scheint es, als ob jeder spielt, was er gerade möchte - das musikalischen Treiben spielt sich geradewex auf einer Hochalm in Bayern ab, wo Kühe und Ziegen zum herumflötenden Hirten einen abgedrehten Schuhplattler tanzen. TOP Musik für Liebhaber - grauenvoll für Mainstream-Jazzer.

The Claudia Quintet - Royal Toast

VÖ: 18.05.10

Verfügbar: CD & Digitales Album

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

Webseite: https://myspace.com/theclaudiaquintet/music/songs

TOURDATEN

INFO: Als John Hollenbeck und seine Kollegen noch als “Refuseniks” tätig waren, ergab es sich, dass bei einem ihrer Gigs eine gut aussehende Lady namens Claudia auf die Musiker zukam und sie mit Lob überschüttete und dabei versprach, sie käme in Zukunft zu jedem der Auftritte. Ausserdem fühle sie sich  berufen, ordentlich die Werbetrommel für die Band zu rühren. Dass sie sämtliche ihrer Bekannten zum Konzert einladen würde, verstünde sich von selbst. EX-Band-Mitglied Reuben wettete darauf, dass sich die Besucherin nie mehr sehen lassen würde. Die Dame war trotzdem stets präsent und wenn sie einer der Musiker zufällig auf der Strasse traf, hiess es dann “Claudia geht es gut und sie hat erzählt, dass sie zu unserem nächsten Gig vorbei käme.” Was zwar nie passierte, aber als John Hollenbeck die Band nach personellen Wechseln reformierte, war es ihm auch klar, dass es nur einen Namen geben konnte für die Formation: THE CLAUDIA QUINTET. Claudia selbst ist später nach New Jersey gezogen und hat dort zwanxläufig (Grund: Schwangerschaft) eine Internet-Bekanntschaft geheiratet.

 

 

 

 

 

 

 

 

LUCIANA SOUZA “TIDE”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

BRAZIL JAZZ

Für Fans von:  Mariana Aydar - Norah Jones

BRASILIEN

Luftig & chillig beginnt Grammy Gewinnerin LUCIANA SOUZA die neue CD “Tide”. “Adeus America & Eu Quero Um Samba” ist bestes Beispiel, wann ihr Ideenreichtum zündet, nämlich in allen in der Landessprache gesungenen Songs. In der englischen Umsetzung erscheint es mir, als ob Intensität und Impulsivität auf der Strecke bleiben zugunsten des intellektuelleren Anspruchs. “Our Gilded Home” ist nett, der “Love - Poem 65” schleppt sich vom feinen Besenspiel und den Flageolett-Tönen der Bassgitarren unterstützt müde dahin und erst im bossa-funkigen “Circus Life” geht das Konzept auf, brasilianischen Bossa Nova mit poppigen westlichen Tönen in Einklang zu bringen. In ruhigen Passagen erinnert sie stimmlich an Norah Jones & Carly Simon, wenn das Tempo angezogen wird und sie unisono scattend mit dem Gitarristen Romero Lobambo los tobt, zeigt sie ihre ganze Klasse!

Luciana Souza - Tide

VÖ: 10.05.10

Verfügbar: CD & Digitales Album

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.lucianasouza.com/

TOURDATEN

INFO: Viele Musikfans haben sie wohl erstmals auf dem 2007er Herbie Hancock Album “River - The Joni Letters” gehört. Paul Simon hat ihr den Song “Amulet” für ihr neues Album beigesteuert als Dank für ihr Mitwirken bei seinen Konzerten in New York. Verheiratet ist sie mit dem legendären Musiker Larry Klein, der auch Ihr zweites Album “Tide” produziert hat. Die herausragende Qualität ihres Debuts konnte sie nicht wiederholen und sie sollte aufpassen, dass der Mainstream von ihr nicht Besitz ergreift wie es vor Jahren mit der hoffnungsvoll gestarteten Diana Krall geschehen war.

 

 

 

 

 

 

 

 

HERBIE HANCOCK “THE IMAGINE PROJECT”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

POP MEETS JAZZ

Für Fans von:  Fourplay - Peter Gabriel - Jeff Lorber

USA (ILLINOIS)

HERBIE HANCOCK ist immer für Überraschungen gut. Was bei der neuen CD “The Imagine Projekt” aus den Lautsprechern kommt, haut mich regelrecht um. Der Cover Song “Imagine” (Original: John Lennon) mit Pink, Seal und India.Arie am Mikrofon und Jeff Beck an der Gitarre. Was für ein Ding! Der sensationelle Auftakt weckt Hoffnungen. Eine der besten Pop-Balladen aller Zeiten folgt: “Don’t Give Up” - einst gesungen von Peter Gabriel und Kate Bush - hier sind es Pink und John Legend - und sie machen ihre Sache mehr als ordentlich. Herbie Hancock füttert das Arrangement mit melancholischen Piano Licks - ganz scharf die  Blues-Nummer “Space Captain” mit Susan Tedeschi und Derek Trucks. Weitere Highlights sind der Latin-Groover “La Tierra” mit Juanes und der mega-afrikanische Wüstenrocker “Tamitant Tilay” mit der angesagten Tuareg Band Tinariwen!

Herbie Hancock - The Imagine Project

VÖ: 22.06.10

Verfügbar: CD & Digitales Album

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.herbiehancock.com/

TOURDATEN

INFO: Der 70jährige Keyboarder und Pianist ist zu Lebenszeit Legende. Selbst hat er über 50 Alben eingespielt, wirkte auf rund 200 weiteren Produktionen als Gast mit und hat auch für ganz starke Soundtracks (z. b. den 74er Film “Death Wish” = “Ein Mann sieht rot” mit Charles Bronson in der Hauptrolle) gesorgt. Seine Scheiben “Maiden Voyage”(1965)  und “Head Hunters” (1974) sind Kult, 1983 revolutionierte er das Dance-Genre mit seinem Kracher “Future Shock”, 1985 gab es eine sensationelle Zusammenarbeit mit dem Afrikaner Foday Musa Suso (“Village Life”)  und 1994 sorgte er mit “Dis Is A Drum” für ein worldmusikalisches Dance-Pop-Crossover-Highlight. “The Imagine Project” wurde mit einer großen Anzahl von Gästen eingespielt (neben den o. a. Interpreten sind noch Chaka Khan, James Morrison, die Tuareg Band Tinariwen, Los Lobos, Juanes, K’Nann, Wayne Shorter, Anoushka Shankar, Dave Matthews und The Chieftains mit von der Partie).

 

 

 

 

 

 

 

 

EMILIE-CLAIRE BARLOW “THE BEAT GOES ON”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

Emilie-Claire Barlow - The Best Goes On

Das Spannende an Interpreten, die ich noch nicht kenne, ist das erstmalige Hören von zugesandten CDs. Bevor ich mir nur irgendwelche Infos durchlese, muss ich das Teil zunächst verinnerlichen, um mir ein völlig eigenes Bild – ohne jegliche Beeinflussung von Marketingtexten – zu verschaffen. „The Beat Goes On“ ist der Albumtitel und er lässt mich spontan an einen alten Titel von Sonny & Cher denken, weil die Dame auf dem Cover auch irgendwie 60ies-stylish rüber kommt. Pop also, der in der zurzeit überall präsenten Retro-60ies-Schublade  steckt. Aber fehl geschätzt. Die Kanadierin EMILIE-CLAIRE BARLOW outet sich mit dem ersten Stück „Raindrops Keep Falling On My Head“ als Jazz-Vokalistin. Es ist ihr achtes Studio Album - 2008 ist sie bei den “National Jazz Awards” zur besten Interpretin gewählt worden.

VOCAL JAZZ

Für Fans von: Dominique Eade - Jane Monheit - Kitty Margolis

KANADA

Mit einigen Scat-Riffs steigt sie ein in den ersten Song, wird zart begleitet von den weichen Tönen einer Trompete, dem Piano und dem vorsichtig auf dem Rahmen seiner Snaire-Drums klopfenden Schlagzeuger. „Sunshine Superman“ – ebenfalls ein alter Klassiker (im Original von Donovan – genau, der mit dem von Antenne Bayern totgenudelten „Atlantis“, obwohl der gute Mann mindestens 500 weitere Songs geschrieben hat) und sie bringt ihn einfach klasse! Relaxt, sexy, fast fordernd – der Saxofonist nimmt die Herausforderung an und bläst wunderbare warme “Lines”, ein schön “boppendes” „Pat-Martino-Gitarren-Solo“ folgt ihm auf dem Fusse. Der Kontrabassist spielt bluesig-funky. Clark Kent würde jauchzen vor Glück bei diesem 7/4 Takter!

Wunderbar auch, wie sie die Ballade „Breaking Up Is Hard To Do“ bringt. Sie haucht, flüstert, kratz, räuspert und räkelt sich zugleich auf der ultra-langsam swingenden Couch und lässt all die Kralls, Jones’s und Bakkens, die von der Industrie so gerne als reinrassige Jazzsängerinnen verkauft werden, in Vergessenheit geraten. Hier ist eine Sängerin, die Jazzfeeling „hat“. Im Bob Dylan-Cover „Don’t Think Twice, It’s Alright“ – hier als flotter Bossanova vorgetragen – überzeugt sie mit einem gefühlvollen Mix aus Gesang und Scats. Ansonsten spielen hier keiner Musiker, die einfach nur begleiten, sondern jeder Komposition ein spürbares Eigenleben unterjubeln.

Auch die ruhigeren Stücke bereiten ungeteiltes Vergnügen („He Thinks I Still Care“ und „Yester-Me, Yester-You, Yesterday“) - natürlich gibt es auch den Titelsong und „These Boots Were Made For Walkin“ als fingerschnippend-groovendes Saxophon-Monster und in den französisch-sprachigen „Comme Je Crie, Comme Je Chante“ und „Tes Pas Un Autre“ beweist sie sich ganz stilsicher als Chansonniere. Einzig „Will You (Still) Love Me Tomorrow?“ wirkt, was ihre Songauswahl angeht, ziemlich deplaziert. FAZIT: EMILIE-CLAIRE BARLOW beschert der Musikwelt mit ihren Cover-Versionen von Pop-Klassikern eine neue Facette, indem sie die Songs in einen jazzigen Frack steckt. Eine gute Vocal-Jazz-Platte, auch wenn ich sonst – wie es Besucher dieser Jazz-Rubrik schon treffend mitgeteilt haben – „auf wilderes Gedudel“ stehe. :-))

VÖ: 19.10.10

Verfügbar: CD & Digitales Album

Empfehlung: K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.emilieclairebarlow.com

TOURDATEN

 

 

 

 

 

 

 

 

JANE MONHEIT “HOME”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

Jane Monheit - Home

Seit Jahren singen sie in unmittelbarer Konkurrenz. Kommt die Rede auf Diana Krall, fallen die Namen Norah Jones und Jane Monheit. Von Cassandra Wilson möchte ich gar nicht einmal reden. JANE MONHEIT gefällt mir bisher am besten von allen Mainstream-Jazz-Vokalistinnen, weil sie im Gegensatz zu anderen über Temperament verfügt und meist auch das bessere Songmaterial besingt. Ob’s daran liegt, dass sie im rauhen Klima von Long Island im Bundesstaat New York aufgewachsen ist? Egal. “Home” ist das achte Studio Album der Sängerin - viele Musikfans kennen sie von ihrem Soundtrack Beitrag im Film “Sky Captain And The World Of Tomorrow”.

VOCAL-JAZZ

Für Fans von: Madeleine Peyroux - Claudia Acuna

USA

 Im swingenden „A Shine On Your Shoes“ animiert sie mich zum regelmässigen Schuhputzen (ein Grund, warum Zwillinge so oft Joggingschuhe tragen), in „There’s A Small Hotel“ säuselt sie zum gefühlvollen Trompetensolo von Joe Magnarelli, flattert von Kopfstimme zum lockeren Falsetto, dass ich spontan ein „Ole“ von mir gebe (zu meiner Entschuldigung muss ich anmerken, dass ich kurz vorher das spanische Spitzenspiel Barcelona – Real Madrid gesehen habe) – mit „Tonight You Belong To Me“ lässt sie ein gefühlvolles Duett mit dem fast schon legendären Gitarristen John Pizzarelli vom Stapel, das flotte Highlight „Everything I’ve Got Belongs To You“ wird veredelt vom virtuos-genialen Geigenspiel von Marc O’Connor, der früher einmal bei den Dixie Dregs wirbelte. Die 33jährige Vokalistin hat ihr Album zum ersten Mal in Eigenregie „eingefahren“ und es scheint ihr Spass gemacht zu haben, denn die „totale Kontrolle“ animiert sie zur Spitzenleistung und dadurch beseelt sie auch ihre Mitstreiter, die selbst die Balladen mit Intensität und Spiellaune füllen. „I Didn’t Know About You/All Too Soon“ ist eine Rückbesinnung an die 50er Grappelli/Reinhardt-Zeiten. Fast glaubt man, den Zigarettenrauch und die Atmosphäre eines Pariser Kaffeehauses zu spüren, wäre da nicht der modern-transparente Sound dieser 12-Track- Produktion. Mit “Home” ist ihr das beste Album ihrer bisher 10jährigen Karriere gelungen!

VÖ: 21.09.10

Verfügbar: CD & Digitales Album

Empfehlung: K K K K K K K K K K

Webseite: http://janemonheitonline.com/

TOURDATEN

 

 

 

 

 

 

 

 

HILARY KOLE “YOU ARE THERE”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

VOCAL JAZZ

Für Fans von:  Diana Krall - Melody Gardot - Niki Yanofski

USA (NEW YORK)

Das neue Album von HILARY KOLE wurde vor ihrem Erscheinen mit Lobeshymnen überschüttet und je mehr sich die Nachrichten verdichteten, dass sie dieses Mal ein Album mit Balladen plant, auf dem sie ausschließlich mit dem Piano begleitet wird, desto neugieriger bin ich geworden auf die neue CD. Erster Eindruck ist, dass es ruhig etwas mehr Energie hätte sein können, aber der bedächtige Auftakt mit den Klassikern  “If I Had You”, “Lush Life” oder “Every Time We Say Goodbye” täuscht. Begleitetet wird sie von Koryphäen wie Hank Jones, Kenny Barron, Dave Brubeck oder Michel Legrand  In “How Do You Keep The Music Playing?” und “Two For The Road” zeigt die Musical erprobte Hilary, dass - wenn ”frau” mit dem stimmlichen Potential gesegnet ist - sogar eine ruhige Ballade dramaturgisch- intensiv stricken kann. Das Potential hat sie auf jeden Fall - ohne jeden Zweifel!

Hilary Cole - You Are There

VÖ: 10.08.10

Verfügbar: CD & Digitales Album

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

Web: http://www.hilarykole.com/ & https://myspace.com/hilarykole/music/songs

TOURDATEN

INFO: Mit “fünf” hat sie angefangen, Piano zu spielen und als sie 12 Jahre alt war, erhielt die begabte Hilary ein Stipendium für ein Studium an der renommierten Walden Musikschule in New York. Im Fach “Komposition” gewann sie mehrere Awards: Die Reise ging weiter an die “Mahattan School Of Music”, heute werden ihre Stücke mittlerweile von diversen Ensembles gespielt und sie selbst ist neben ihrer Gesangskarriere als Dirigentin des Jazz Chores an der Universität von New Jersey tätig. Sie war später nach Ella Fitzgerald die erste Vokalistin, die mehrere Songs mit Oscar Peterson aufgenommen hat. “You Are There” ist nach dem 2009er Debut “Haunted Heart” die zweite Studio Platte der Sängerin.

 

 

 

 

 

 

 

 

RICHARD EARNSHAW “IN TIME”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

Richard Earnshaw - In Time

Schwebende Sounds  - anschwellende Synthesizer-Wände und plötzlich  knallt nach einer Minute ein funky Groove aus dem Lautsprecher. Nach dem ruhigen & ambienten Beginn hätte ich keinen Jazz-Funk erwartet. „Good Love“ ist ein scharfer Opener mit R&B Sänger Erik Dillard am Mikrofon. Auch der sofortige Blick auf die weitere Besetzungsliste (Jocelyn Brown, Roy Ayers und Kenny Thomas) lässt mit in freudiger Erregung auf das Kommende schmunzeln. Wer ist dieser RICHARD EARNSHAW überhaupt? Es handelt sich bei dem britischen Musiker um einen der hochgelobtesten Newcomer des letzten Jahres. Bisher war mir der Name des vielseitigen Multiinstrumentalisten nur durch seine Remix-Versionen von Songs von Bob Sinclair, CeCe Peniston und Anderen bekannt gewesen.

FUNK & SOUL

Für Fans von:  George Duke - Patrice Rushen - Jeff Lorber

ENGLAND

My Door Is Open“ präsentiert eine ganz starke Carleen Anderson und – man höre und staune – einen slappenden Bass, der so knackig und “fresh” klingt wie die Jams, die wir sie von den “Brothers Johnson” kannten. Tolles Piano-Solo! Ein asteiner Soul-Funk, Baby! Die gospelangehauchten Satzgesänge heben den Spassfaktor deutlich an. „Worthy“ hat einen guten housigen Groove – geht in Richtung Acid Jazz a la „Incognito“, aber der Gesang von Madame (Jocelyn) Brown liegt ein paar Mal neben der Spur, dass es geübten Ohren ein bisserl weh tut, auch der Break zur Mitte des Songs wirkt artifiziell und nicht aus dem Bauch heraus entstanden. Schade. Da hat der Recording Engineer wohl gerade eine Pause genommen, als der Song aufgenommen wurde? Darf bei solch hochkarätigem Personal eigentlich nicht passieren!

Wer Ursula (sprich: Jursölah) Rucker kennt, weiss, was im nexten Track kommt. Ein Sexy-Psycheflower- Groove a la “Meshell Ndegeocello” – supergroovy & ultradeep. “Rise” heisst das Stück, in dem Roy Ayers  ein bisschen auf seinem Vibraphon für Stimmung sorgen darf. Starkes Teil! Nach dem souligen „Circles“ mit Nina Jayne in der gesanglichen Hauptrolle gibt es den ersten instrumentalen Funk-Jam: „Green Room“ mit zirpenden Synthesizern, „screamendem“ Saxofon und natürlich dementsprechenden funky vibes zum Abtanzen! Schade, dass hier nach 04:52 schon Schluss ist!

Von Kenny Thomas, der im ebenso tanzbaren „Waiting“ singt, habe ich schon ewig lange nichts mehr gehört. Irgendwann zu Beginn der 90er war er erfolgreich gewesen mit dem Hit „Thinking About You“ und danach war er in der Versenkung verschwunden. Jetzt meldet er sich zurück und veröffentlicht demnext sogar ein neues Album. Toller Song! Vocal-jazzig wird’s in „Cry Me A River“ mit Sängerin Imogen Ryall und das finale „In Time“ dürfen die Gäste Erik Dillard und Roy Ayers mit ihrem jeweils zweiten Gastbeitrag beschliessen. Zum Ende gibt es noch mal einen richtig knackigen (Acid-)Jazz-Funk-Groove!

Natürlich wird es auch hier wieder verknöcherte Jazzer geben, die dem Album „In Time“ das Attribut Fahrstuhlmusik vorwerfen. „Ja – entgegne ich denen, könnte man eventuell auch im Fahrstuhl hören, aber dann würde ich am liebsten den ganzen Tag nur Fahrstuhl fahren. Eine der besten tanzbaren Soul-Jazz-Platten des Jahres! Wenn ich daran denke, dass dieser süffige Musikkelch fast an mir vorüber gegangen wäre!

VÖ: 10.08.10

Verfügbar: CD & Digitales Album

Empfehlung: K K K K K K K K K K

Webseite: https://soundcloud.com/earnshawmusic

TOURDATEN

 

 

 

 

 

 

 

 

KRZYSZTOF SCIERANSKI “THE COLORS”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

Krzysztof Scieranski - The Colors

TRACKLISTING:

01. Nostalgia (09:30)
02. Loops (07:46)
03. Pustynna Burza (07:57)
04. Piasek Pustyni (11:38)
05. Żegnaj Kuba (08:16)
06. Afrykański Blues/Footprints (10:55)
07. Wykryto Pewne Nieprawidłowości (08:09)
08. I Towers You (07:05)
09. Edesseg (07:42)

Label: Fonografika
Web: www.fonografika.pl

FUSION JAZZ

Für Fans von:  John Patitucci  - Stanley Clarke - Bunny Brunel

POLEN

KRZYSZTOF SCIERANSKI (sprich: Kschüschtoff Schieranski) ist in unserem Nachbarland Polen bereits seit mehreren Jahren eine ganz heisse Nummer, im Ausland ist er leider bisher so gut wie unbekannt, auf internationalen Festivals konnte er bereits die Fachwelt begeistern. Am 23. Oktober hat er sein jüngstes Album „The Colors“ veröffentlicht. Die CD gibt es zwar bisher nur als Import oder in diverse Online- Shops in Polen, sie kann aber auch über Vertriebswege von Media Markt oder Saturn bestellt werden. Der interessierte Musikfan bekommt 9 moderne Fusion Jazz- Knaller (die Spielzeit mit 79:44 ist ausgereizt), die Stanley Clarke-, David Bendeth-, Weather Report- oder Allan Holdsworth-Fans gefallen dürften. Begleitet wird der Bassist von den TOP Musikern Marek Raduli (Gitarre), Przemek Kuzynski (Drums, Percussion) und Bernard Maseli (Vibraphon).

Die Musik des Quartetts schüttelt sämtliche staubige Attitüden ab, mit denen das Subgenre “Fusion Jazz” in den letzten Jahren plakatiert worden ist. Ostblock-Jazz ist seit den frühen 70er Jahren bekannt für erstklassigen Jazz. Auf Scieranski’s neuer CD “The Colors” bekommt das Wörtchen Multi-Kulti-Crossover eine völlig neue Bedeutung: Im progressiven „Arabski“ werden die knackige Grooves von mongolischen Kehlkopfgesängen und indisch-arabischen Melodien verziert, dass man zunächst nicht weiss, welchem instrumentalen Ausflug der vier Musiker man folgen soll. Marek Raduli outet sich mit einem vierminütigen Gitarrensolo als osteuropäisches „Jeff-Beck-Fusion-Monster“.

In „Afrykański Blues/Footprints“ gibt es einen Ausflug auf den schwarzen Kontinent. Während einer Safari treffen sich jazzrockige Elemente mit Koras, Juju-Zauber und groovigem Afrobeat. Allerdings: Wer bei dieser CD Wert auf traditionellen Jazz legt, wartet vergeblich. Absolutes Highlight ist das 7minütige funky-groovende „I Towers You“, das alles bietet, was das Herz ein Fusionärs benötigt. Wer die guten alten „Return To Forever“ – Zeiten mit Di Meola & Stanley Clarke vermisst, hier kommt Euer Deja Vu! Am Ende gibt es mit „Edesseg“ noch eine frische kalifornische Cruising-Brise! Modernster Fusion-Jazz für moderne Cowboys, die mit ihrem Gefährt berauscht in den Abendhimmel rasen möchten. Wunderbarer Soundtrack für stundenlanges Autobahnvergnügen.

VÖ: 23.10.10

Verfügbar: CD & Digitales Album

Empfehlung: K K K K K K K K K K

Web: http://www.scieranski.com.pl/  &  https://myspace.com/krzysztofscieranski

TOURDATEN

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JOSEPH DALEY EARTH TONES ENSEMBLE
   “THE DEADLY SEVEN SINS”    Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

Joseph Daley - The Seven Deadly Sins

Im TV-Kanal „History“ (nur im Paketangebot des Pay-TV Senders Sky zu empfangen) läuft zurzeit eine mehrteilige interessante Dokumentation „Die sieben Todsünden“. Als ich im Postfach die CD eines gewissen JOSEPH DALEY mit dem gleichen Titel finde, erweckt das natürlich mein Interesse  in höchstem Masse. Ist es möglich, die sieben Todsünden, die laut Dokumentation in jedem von uns stecken, musikalisch zu vertonen? Kein Thema, dass die CD sofort auf den Kategorie-Stapel „A“ (unmittelbar nach Eingang besprechen) gelegt wird. Der Saxophonist, der mir bisher durch sein Mitwirken auf den Platten von Hazmat Modine in Erinnerung war, legt mit “The Deadly Seven Sins” sein erstes Solo Album vor. Veröffentlicht wurde es vom deutschen Label Jaro Medien aus Bremen.

AVANTGARDE JAZZ

Für Fans von:  Howard Johnson - Sam Rivers - Bob Stewart

USA

Die erste Todsünde heisst „Invidia“ und trifft mich jazzig, funky & ungemein intensiv. Nach bedächtigem Einstieg überschlagen sich Posaunen, Vibraphon und Pauken und erinnern an die Geniestreiche gewisser 70er Jahre Blaxploitation Soundtrack Platten. Trompeter Eddie Allen soliert brillant, während ihm die Rhythmus-Sektion swingend & latinesk den Boden zur Entfaltung anbietet. Mastering Engineer Scott Hull hat einen prächtigen und gleichzeitig wuchtigen Sound gezaubert. Allerdings muss ich dann überraschender Weise feststellen, dass – wenn ich die angegebenen Zeiten mit denen vergleiche, die dem jeweiligen Stück des Cover-Tracklistings zugeordnet ist, das erste Stück eigentlich das Dritte ist und „Gula“ heisst. Auch die anderen Tracks stimmen nicht in der Reihenfolge mit denen auf dem angegebenen Cover überein. Da hat es wohl - aus lauter Begeisterung über die Musik - leichtes Durcheinander gegeben beim Erstellen des Layouts. „Avarita“ kommt brachial modern-jazzig, in „Lechery“ (angegeben ist „Gula“) diskutieren Tuba, Sarrusaphone und Bassposaune angeregt miteinander. Das Stück erinnert in der Spitze an die aussergewöhnlichen Kompositionen des Moscow Art Trios –  während die perkussiven Elemente den Zuhörer mitten in einen (Fasching)Umzug am Mardi Gras Day in New Orleans hinein tragen.

Ganz dick tragen die Musiker in „Superbia (Pride)“ auf – Mark Taylor schlägt hier mit seinem French Horn eine regelrechte Schlacht, in dem er seine Kollegen, die ihm mit voller Wucht Kontra geben, regelrecht vom Hocker bläst. Wenn es den Begriff „Thrash Metal“ für die härteste aller Rockrichtungen gibt, würde ich hier mit dem jetzt neu erfundenen Wort „Thrash Blech“ herum wedeln. 12 Minuten lang gibt es einen exzellenten Free Rock Jazz Eintopf – zum Geniessen! Und noch mal möchte ich an dieser Stelle den superben Klang der Instrumente herausstellen. Wenn Kontrabassist Benjamin Brown nach 9 Minuten seinen Solospot bekommt, glaubt man, der mit seinem Bogen herumwirbelnde Virtuose sitzt in der guten Stube direkt vor dem Hörer. Das „Monster-Piece“ aber ist die 24minütige „Ballade Of The Fallen African Warrior“, in der es alles gibt, das ein Herz eines Modern Jazzers begehren kann: Swing, Balladeskes, Latin-Jazz, mitreissende freie Improvisationen aller Beteiligten, monumentale Bläser-Wände, die sich nach 5 Minuten vehement steigern und dem Hörer kommt es sogar kurzzeitig vor, als ob plötzlich mehrere Feuerwehr-Autos gleichzeitig um die Ecke biegen. Tipp: Turn it up loud & let the energy flow!

FAZIT: Ein wahres Fest für Ohren & Sinne, Musik, die den Qualitätsanspruch des Hörers ein ganzes Level höher trägt – “The Deadly Seven Sins” ist ein Meisterwerk, das die Unterschrift von JOSEPH DALEY trägt. Ordnungsfanatiker sollten sich nicht vom Durcheinander des Tracklistings beeinflussen lassen, weil der musikalische Spass exorbitant ist.

VÖ: 26.11.10

Verfügbar: CD & Digital & Deluxe CD+ DVD)

Empfehlung: K K K K K K K K K K

Webseite: http://jodamusic.com/

TOURDATEN

 

 

 

 

 

 

 

 

ANTHONY CRAWFORD “URBAN JAZZ”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

Anthony Crawford - Urban Jazz

Wie würde es sich eigentlich anhören, wenn die Musiker Stanley Clarke, Miles Davis und George Duke zusammen eine Platte aufnehmen würden? Mit Sicherheit käme das Stück „Windy Days“, das gerade aus den Lautsprechern schallt, dieser Vorstellung sehr nahe. Der Musiker, der diese Komposition eingespielt hat, heisst aber ANTHONY CRAWFORD, ist Bassist von Beruf und hat mit seiner Debut CD „Urban Jazz“ ein astreines Fusion-Jazz-Album vorgelegt. Sein Onkel war der Saxophonist Hank Crawford. Er selbst  hat bereits als Sideman  für Justin Timberlake, Peabo Bryson, Shalamar, Karen Briggs gespielt, zuletzt befand er sich auf Tournee mit dem australischen Schlagzeuger Virgil Donati und dessen Gruppe. Für Bassisten: Er spielt einen Roscoe LG 3006 Bass, als Amp benutzt er den Promethean von Ibanez.

JAZZ & FUSION

Für Fans von:  Prog Funk - Neo Soul - Jazz Fusion

USA (TENNESSEE)

Was er im zweiten Stück „Play 4 Me“ veranstaltet, wird unter den Tieftöner-Kollegen entweder nur ein Achselzucken hervorrufen (weil sie alleine mit dem Hören dieser komplexen Lines, Licks & Riffs überfordert sind) oder die Kinnlade wird herunter fallen, weil sie begeistert zur Kenntnis nehmen, dass hier ein Musiker spielt, der über eine herausragende Fingerfertigkeit verfügt. Crawford  hämmert die Finger aufs Griffbrett, um im nexten Moment schon wieder mit rasend schnellen abgezogenen “Pull-Offs” ins Nirvana ab zu driften. Er spielt den Bass mit der Leichtigkeit eines Gitarristen. Die Musik wird meist unterlegt von einem „dreckigen“ funky Computer Drum-Beet. In „Don’t Stop The Music“ säuselt eine Frauenstimme im Duett mit einer Talkbox (wurde in den 70er Jahren von den Gebrüdern Troutman auf deren Funk-Scheiben eingesetzt). Vom Songwriting her ist der Song nicht unbedingt ein Meilenstein, aber was der gute Anthony Crawford wieder ab Minute 02:31 mit seinem Bass veranstaltet, ist mehr als hörenswert. Im Hintergrund zwitschert, klopft und klimpert es, als er einen richtig geilen 2-Hand-Tapping-Solo hinlegt. Und sonst? „Satisfied“ ist ein toller halbinstrumentaler (Summer Breeze) Jam mit der Stimme von Valencia Robinson, wie gemacht für alle Patrice Rushen Freunde. Gewagten (leider nur kurzen) modernen Jazz gibt’s mit „Giant Steps“ und der „Conspiracy Theory“, mit „Next Phase“ werden Liebhaber des knochentrockenen Jazz-Disco-Funks bedient. „A Melody For U“ bedient sogar die fahrstuhlmässige „Smooth-Funk“-Ecke.

VÖ: 09.11.10

Verfügbar: Digitales Album

Empfehlung: K K K K K K K K K K

Web: www.anthonycrawfordband.com/ & https://myspace.com/anthonycrawford/music/songs

TOURDATEN

 

 

 

 

 

 

 

 

VARIOUS ARTISTS “GREATEST VOICES OF JAZZ”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

VOCAL JAZZ

Für Fans von: Anita Ward - Ray Charles - Dee Dee Bridgewater

SAMPLER

Jazz-Sampler gibt es wie Sand am Meer,  darunter gute Zusammenstellungen, aber auch zahlreiche lieblos zusammengewürfelte Sampler mit 1000x Mal veröffentlichten Songs. Dann aber gibt es Editionen wie die vorliegende: DAVID ALLEN und sein swingendes „Lucky Day“, DICK SMART’s latinesk angehauchte Ballade „Magic Is The Moonlight“ oder das barjazzige „It’s Raining Again“ von JOE WILLIAMS. Weitere feine Beiträge gibt es von den MILLS BROTHERS, von CATHY HAYES  und von Jimmy Holiday (Sein „How Can I Forget?“ zeigt, dass es im Soul-Jazz neben James Brown & Ray Charles weitere exzellente Interpreten gab) und Carmen McRae (mit dem gospelig latin-jazzig swingenden 8minütigen „New York State Of Mind“). Zeitlos & klassisch gut: Die Mega-Romantic-Vocal-Jazz-Ballade „I Wish You Love“ von GLORIA LYNNE (und wer war noch mal Diana Krall?)

Various Artists - Greatest Voices Of Jazz

VÖ: 14. 12. 10

Verfügbar: Digitales Album

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.essentialmg.com/

TOURDATEN

INFO: Die ESSENTIAL MEDIA GROUP ist ein junges Unternehmen aus Florida, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Welt mit erstklassigen Musik-Zusammenstellungen zu versorgen. Man bedient sich dabei breitgefächert in den Bereichen Pop, Rock, Electronica, Americana oder Worldmusic. Zum Label Katalog gehören die Werke alter Blues Maestros wie Lightnin Hopkins,  Sonny Terry, Snooky Prior, aber auch Avantgarde Künstler wie David Oistrakh oder Arnold Schönberg.

 

 

 

 

 

 

 

 

CASSANDRA WILSON “SILVER PONY”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

Cassandra Wilson - Silver Pony

Bevor alle andere da waren, sang CASSANDRA WILSON. Bevor es die Damen Krall, Jones oder Rebekka Bakken gab, die mit ihren Platten unschlüssige Fans (meist die 25 – 45jährige männliche Zuhörerschaft) zum Vocal Jazz brachten, war Cassandra Wilson. Ende der 80er bin ich auf den Hype der elitären Musik-Jazz-Presse reingefallen, die Cassandra Wilson hoch über den grünen Klee lobte, habe mir die Platte „Blue Skies“ gekauft und habe dann etwas ratlos da gesessen.  Jazz? Mitreissend? Na, ja! Eher für 70- und 80jährige. Schliesslich war ich Jahre zuvor infiziert worden von Ella Fitzgerald, Billie Holiday und ganz anderen hochkarätigen “Jazz-Weibern”. Ich habe mir später auch noch ein oder zwei Wilson-Alben gekauft und keines davon hat mich wirklich umgehauen.

BLUES’N’JAZZ

Für Fans von:  Abbey Lincoln - Nina Simone - Lizz Wright

USA (MISSOURI)

Aber zur neuen CD: Bei „Silver Pony“ handelt es sich um Live-Aufnahmen. Während das erste Stücke „Love Come Back To Me“ noch ruhiger ist, bringt sie nachfolgend zusammen mit der Band einen relaxten funky tune, wie ich ihn bisher noch nicht auf einer ihrer Platten gehört habe. „Went Down To St. James Infirmay” ist ein sieben Minuten langer Jam, der mega-groovy ist. Marvin Sewell spielt eine geile Rhythmus Gitarre und Pianist Jonathan Batiste fliegt wie eine emsige Meise durch sämtliche Songs und ist immer gerade dort, wo man ihn nicht vermutet. Reginald Veal lehnt sicherlich gerade mit seinem Bass irgendwo an einer Lautsprecher Box (Imagination, Baby, Imagination!) und vibriert mit dem Tieftöner und seinen zupfenden und hämmernden Fingern um die Wette. Ob der Song viel mit Jazz zu tun hat? Hmmm – egal - für mich ist er schon alleine die Anschaffung der Platte wert!

A Night In Seville“ ist ein Freigeist, der zunächst instrumental beginnt und dann hinübergeht in „Beneath A Silver Moon“ und dort von einem herrlichen Saxofon-Part veredelt wird. „Saddle Up My Pony“ kündigt sie an mit „written by one of the Great Masters Of Blues and his name is Charly Patton” Gitarrist Sewell gehören die ersten Minuten alleine – er lässt die Slidegitarre wimmern & weinen, stimmt dann einen bluesigen Groove an, klopft den Rhythmus gleichzeitig auf den Body der Gitarre (fehlt jetzt nur noch der stampfende John-Lee-Hooker-Stiefel, denke ich) – dann steigt die Band inklusive Cassandra ein und führt den Hörer direkt hinein ins Mississippi Delta.

Leider lässt danach die Spannung aber deutlich nach und ich weiss nicht, warum das Feuerwerk der ersten halben Stunde nicht fortgesetzt wird. Es folgen mit “If It’s Magic” und “Blackbird” zwei ziemlich langweilige Stücke, in denen kaum etwas passiert. Das überflüssige „Sunrise“ ist der letzte Song der CD und es kommt mir vor, als ob sie am Ende die Kondition verlassen hat nach einer durchzechten bluesigen Nacht und so reitet sie am Ende auf ihrem Silver Pony davon in die aufgehende Sonne und lässt einen anfänglich total begeisterten Musikfan wieder einmal ratlos mit sich selbst zurück.

FAZIT: Einem Highlight und zwei guten Stücken stehen zwei ordentliche, aber auch vier langweilige und ein stinklangweiliger Titel gegenüber. Ergibt summa summarum einen Notendurchschnitt von 2,050!

VÖ: 09.11.10

Verfügbar: CD & Digitales Album

Empfehlung: K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.cassandrawilson.com/

TOURDATEN

 

 

 

 

 

 

 

 

NORAH JONES “FEATURING NORAH JONES”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

Norah Jones - Featuring Norah Jones

Norah Jones featuring Norah Jones. Hmm… Gruselfans vermuten jetzt wohl gleich eine Halbschwester, die seit der Geburt der Zwillingsschwestern verschollen und jetzt erst wieder aufgetaucht ist. Falsch gedacht. Hinter dem geheimnisvollen Titel verbirgt sich lediglich eine Zusammenstellung aller bisherigen Duette, die unsere Norah hier mit diversen Interpreten und Gruppen getätigt hat seit dem 2002er Debüt Albu. 18 Songs, die jazzig angehaucht sind und den einen oder anderen gar nicht mehr auf dieser Welt verweilenden Gast (Charlie Hunter, Foo Fighters, Sean Bones, Talib Kweli, Ray Charles, Willie Nelson, Herbie Hancock und viele andere) vors Mikrofon gezerrt haben. “Featuring” ist der 6. Longplay (4 Studio- und 1 Best Of- Album bisher) der New Yorkerin.

POP JAZZ

Für Fans von: Jamie Cullum - Paula Cole - Hope Sandoval

USA

Sämtliche Titel gab es bereits auf vorigen Alben der Interpreten und Gruppen und da es kaum jemanden geben wird, der alle Songs = 18 Alben besitzt, ist die hier vorgestellte CD eine tolle Idee & gleichsam ein tolles Weihnachtsgeschenk für Norah Jones-Fans, weil es unter anderem richtig tolle Songs gibt: Der Reggae „Turn Them“ mit Sean Bones, der swingende & relaxte Country-Feger „Baby It’s Cold Outside“ mit Willie Nelson.

Der Ausflug nach Nashville bekommt der Sängerin gut, mit Sasha Dobsen steigt sie auf den mechanischen Bullen, dem sie den „Bull Rider“  widmen. Von Q-Tip hat sie sich sogar einst zu einem manischen „Jazz-Hip-Funk“ “Life Is Better” hinreissen lassen. Die grosse Frage stellt sich, warum sie auf ihren eigenen Scheiben nicht den Mut aufbringt, aus dem (wahrscheinlich von den Label-Verantwortlichen aufgezwungenen) Mainstream-Fahrstuhl auszusteigen. Selten habe ich die Halbschwester von Anushka Shankar so lebendig gehört wie hier.

Im Duett „Soon The New Day“ bleibt sie in der Hip-Jazz-Spur. Irgendwann in den 90ern wurde die Schublade Jazzrap aufgezogen –  der von einem Gill-Scott Heron Mitte der 70er zart entwickelte Musikstil blieb aber in den Ansätzen stecken – weil a) jüngere Musikfans nichts mit Jazz anfangen wollten/konnten und b) die moderierenden Hausfrauenradiosender-Angestellten mit der neuen  Stilrichtung schlichtweg überfordert waren. Jüngere Hörer sind heute offener & musikintelligenter – eventuell ergibt sich eine neue Chance – „schau mer mal“ (Zitat Kaiser Franz)

Das Duett mit Belle & Sebastian ist der erste langweilige Titel der CD – wirkt arg „retortig“ – wunderbar dafür das folgende Duett  “Here We Go Again” mit Ray Charles, der hier mit seinem warmen, intensiven Orgelsound den perfekten Counterpart zum Pianospiel von Norah bildet. Und noch einmal muss ich das Attribut wunderbar/wunderschön vergeben, nämlich an die klasse Americana-Ballade „Dear John“, die Norah zusammen mit Ryan Adams aufs Parkett bringt. Herausragendes Emo-Pop-Kino!

Wer Dolly Parton kennt, der weiss, was ihn im Song „Creepin’ In“ erwartet. Madame Jones lässt sich doch tatsächlich zu einem locker-flockigen Blues-Grass-Popper animieren. Den Song gab’s auf dem 2004er Album „Feels Like Home“ und er ist einer der besten dieser neuen CD. Der „erste“ richtige Jazz-Track kommt an Position # 16. Herbie Hancock bereitet auf “Court & Spark” den filigranen Soundteppich für Norah, auf dem sie relaxt phrasieren kann. Ein treibender, mächtiger, gleichzeitig langsamer Track – sieben lange und am Ende doch viel zu kurze tolle Minuten für ein ästhetisches Hörvergnügen.

VÖ: 12.11.10

Verfügbar: CD & Vinyl & Digitales Album

Empfehlung: K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.norahjones.com/ 

TOURDATEN

 

 

 

 

 

 

 

 

SANDOR SZABO & RALF GAUCK “DAYBREAK”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

Sandor Szabo Ralf Gauck - Daybreak

Er selbst liebt die Ruhe, die sensible Gefühlswelt der Akustik. Findige Journalisten, die verloren in der grossen weiten Musikwelt umher stolpern, stecken seine Musik sehr oft schnell & oberflächlich in die New Age Schublade. Damit wird man der Musik von RALF GAUCK aber nicht gerecht, denn die monströsen, epischen Melodiebögen, die der Bassist hier zusammen mit dem Gitarristen SANDOR GABOR kreiert hat, sind bereits seit Jahrhunderten Bestandteil des musikalischen Schatzes des Menschheit. „Daybreak“ ist eine Platte zum medidativen, virtuosen Geniessen. Eine Platte mit 18 in sich gekehrten Meisterwerken, die ihre Kraft erst richtig entfalten, wenn man sich der CD öffnet und sie sich gegebenenfalls sogar mit dem Hilfsmittel “Kopfhörer” einverleibt.

ACOUSTIC JAZZ

Für Fans von:  Mark Isham - Rabih Abou-Khalil - Acoustic Jazz Quartet

DEUTSCHLAND

Im Auftakt der CD, im anmutigen „Daybreak“ versetzen die beiden Musiker den Hörer in die geistig-visuelle Betrachtung einen Sonnenaufgangs, der dem angehenden Tag sein monströses wunderschönes Haupt aufsetzt. Im folgenden „Sun Worshipper“ (eines meiner Lieblingsstücke auf der Disc) verbinden sich arabeske und westliche Melodien und im „Storyteller“ kann der Hörer vor seinem geistigen Augen eine Karawane in der Ferne vorbei ziehen sehen – ein Vater steht mit seinem Sohn auf einem Felsen & erzählt von mysteriösen Begebenheiten, die sich während der Jahrhunderte auf diesem Wege der Handelsroute abgespielt haben.

Im harmonischen Frage & Antwortspiel „A Day In The Hills“ glänzt Szabo ab Minute 3:01 mit virtuosen Arpeggios & Pickings, während Gauck das Tempo unmerklich antreibt und den Ausflug des ungarischen Gitarristen zu Anfang des Songs mit perkussivem Klopfen nahezu herausfordert. Der lebhafte Track „A Forgotten Feeling“ taucht ab ins Experimentelle – eine 4minütige Session, in der die Musiker strukturelle Grenzen hinter sich lassen und frei umher fliegen. In „After Meditation“ schwirren die Flageoletts umher, es geht aufgeregt zu wie in einem Ameisenhaufen, die Komposition „Ants Dance“ ist die lebhafte Fortsetzung und einer meiner weiteren Favoriten der CD ist „Direct Contact“, Gitarrist Sandor Szabo glänzt mit jagenden „Pull Offs“ und “Hammer-Ons“ und packt alle Tricks aus der akustischen Technikkiste in den Song, seine Melodien werden angetrieben von Ralf Gauck, der sich mit einem exzellenten „Acoustic Funk-Drive“ in den Song hinein schiebt.

FAZIT: Für die Musik von RALF GAUCK & SANDOR SZABO sollte man sich Zeit nehmen – fallen lassen – geniessen – selten haben plakative Beschreibungen wie „wunderschön“ und „gefühlsbeseelt“ besser gepasst als zur CD „Daybreak“ - die beiden Virtuosen haben 18 instrumentale und vor allem auch audiophile Meisterwerke (Spielzeit 76:34) geschaffen.

VÖ: 01.06.10

Verfügbar: CD & Digitales Album

Empfehlung: K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.ralf-gauck.de/  &  http://www.sandorszabo.com/

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FRANK SINATRA “SONGS FOR SWINGIN’ LOVERS”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

VOCAL JAZZ

Für Fans von:  Dean Martin - Michael Buble - Jamie Cullam

USA

Gibt es heutzutage noch eine Notwendigkeit für neue FRANK SINATRA Veröffentlichungen? Nun – bei „Songs For Swingin’ Lovers“ handelt es sich nicht um eine der zahlreichen neuen „billigen“ Wühltisch-Zusammenstellungen, sondern um die CD-ReIssue seines 1956er Studio Albums, das 15 damals im Pop-Umfeld sehr erfolgreiche & beliebte Songs beinhaltete, die vom Arrangeur Nelson Riddle in einem jazzigen Kontent verpackt worden waren. Mittlerweile wird die Scheibe vom US Musikmagazin „Rolling Stone“ in der Liste der besten 500 Alben aller Zeiten geführt. Die Musik? Relaxter Swing Jazz für gemütliche Cocktail Parties, gutgelaunte Nachmittage bei Hochzeitsveranstaltungen oder für den ruhigen Abend zu Hause bei einem guten italienischen Roten. Insider haben beim Betrachten des Covers erkannt, dass es sich nicht um das alte Artwork, sondern um ein neues Image handelt.

Frank Sinatra - Songs For Swingin' Lovers new cover sc

VÖ: 17.12.10

Verfügbar: CD & Digitales Album

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

Biographie von Frank Sinatra: http://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Sinatra

TRACKLISTING

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Legende KAUFEMPFEHLUNGEN

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NDS - 1,749

Sagenhaftes Album, gehört in JEDE Sammlung, für die einsame Insel

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NDS 1,750

Sehr gutes Album, genre-spezifisch unter den  besten  1000 aller Zeiten

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NDS 1,850

Empfehlenswertes Album, gehört in die gut sortierte Plattensammlung

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NDS 1,950

Ganz gut gelungen, es gibt aber vergleichbare Alben im Genre

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NDS 2,050

Kann man hören, rein in die Sammlung,  bei Bedarf wieder hervorholen

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NDS 2,150

Durchschnittliches Album,  nur für Edel-Fans empfehlenswert

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NDS 2,250

Nicht so gelungen, es gibt Bessere im Genre und auch von diesem Act

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NDS 2,350

Langweilig, Weihnachtsgeschenk für Feinde und Finanzbeamte

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NDS 2,450

Schwaches Album, CD und  Cover als Unterlage im Katzenklo

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NDS 2,550

Grauenhaftes Album, ab damit in die Verbrennungsanlage

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NDS 2,650

Kackastrophal, ein Verbrechen an der musikalischen Menschheit

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